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Porzellan

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Was ist Porzellan?

Porzellan besteht aus den silikatischen Rohstoffen Kaolin (65%), Feldspat und Quarz. Der Hauptbestandteil des Porzellans ist Kaolin. Im Kaolinbergwerk wird das weißerdige Tongestein untertage abgebaut. Mit dem Augenmerk der Bergleute auf qualitativ höchste Reinheit wird beim manuellen Abbau nur der reinste Kaolin für die Porzellanherstellung gefördert. Die hier gefundene "weißbrennende Erde" entspricht in besonderem Maße den hohen Qualitätsansprüchen von Porzellan. Von der Kaolingrube kommt der geförderte Kaolin zur weiteren Aufbereitung in die Aufbereitung.

Schon dieser Entstehungsprozess allein ist uns als Gemeinde des Herrn ein Gleichnis. Auch wir wurden von Gott zunächst (Untertage) sorgfältig abgebaut und von Unreinheiten befreit, um dann später als Porzellanmasse zu Gefäßen geformt zu werden. Die einen zu ehrenvollem oder andere zu weniger ehrenvollem Gebrauch (2. Thimotheus 2,19-22). In vielen einzelnen Schritten wurden und werden auch wir zum einzigartigen edlen Einzelstück zubereitet. Der Roh- und der Schrühbrand (Glattbrand) deuten dies an.

Die verschiedenen Porzellanmassen werden aus Kaolin unter Zusatz von Feldspat und Quarz hergestellt. Dazu wird das  Kaolin aus der "weissbrennenden Erde" geschlämmt und gereinigt. Reinheit bedeutet, auch die feinsten verfärbenden Metalloxide nahezu völlig zu entziehen. Nur so wird der brillante Weißgrad, der das Porzellan auszeichnet, erreicht. Die Rohstoffe werden in wässriger Suspension fein zermahlen und zu unterschiedlichen Porzellanmassen - je nach Formgebung - verarbeitet.

Erst dieser Feinheitsgrad erlaubt die Herstellung einer homogenen Porzellanmasse. Über eine Filterpresse werden die erforderliche Feuchtigkeit und damit die Formbarkeit erreicht. In der Vakuumstrangpresse werden der Porzellanmasse anschließend die Luftbläschen entzogen. Als Massestrang kommen die verschiedenen Porzellanmassen in die unterschiedlichsten Bereiche der Formgebung.

Für das Gießverfahren wird diese plastische Porzellanmasse zu Gießmasse verflüssigt. Die Glasur besteht aus glasbildenden Rohstoffen (Quarz und Flussmittel), die ebenfalls in wässriger Suspension fein vermahlen und gemischt werden. Wir verwenden in unserer Produktion bereits getrocknetes und feingranuliertes Porzellanpulver und in der selben Form auch Kalifeldspat. Die Mischung aus beiden Substanzen wird mit Wasser angereichert und aufgerührt, bis die erforderliche Gießbarkeit mit Zugabe von Verflüssigungsmitteln erreicht ist.

Ergebnis ist ein transparenter Scherben von größerer Dichte und Härte als bei Tonwaren, der beim Anschlagen hell klingt. Das erste Porzellan (Hartporzellan) entstand im 7. oder 8. Jahrhundert n. Chr. in China. In Europa wurde Porzellan erst im 18. Jahrhundert hergestellt. Dieses Weich- oder Frittenporzellan wies eine andere prozentuale Gewichtung der Basisstoffe auf. Auch wurde es bei niedrigeren Temperaturen gebrannt.

Ein dritter Porzellantyp ist das besonders weiße Knochenporzellan, das durch Zugabe von Knochenasche entsteht. Knochenporzellan ist härter als Weichporzellan, hat aber eine geringere Dichte als Hartporzellan. Die Porzellanmasse wird durch Pressen, Gießen oder Drehen geformt. Beim Pressen wird die weiche Porzellanmasse (der Schlicker) in Formen gepresst. Die so entstandenen Einzelteile können in getrocknetem Zustand mit flüssigem Tonschlamm aneinandergesetzt werden.

Beim Gießen wird Tonschlamm in Formen gegossen, die das Wasser absorbieren, so dass eine Porzellanform entsteht. Beim Drehen wird die Porzellanmasse auf einer Töpferscheibe bearbeitet.


Unglasiertes, einfach gebranntes Porzellan ist als Biskuitporzellan bekannt. Häufiger wird jedoch vor dem ersten Brennen eine Feldspatglasur auf die Porzellanmasse aufgetragen, so dass eine glasige, porenfreie Oberfläche entsteht. Das unglasierte Porzellan (Biskuit) verwenden wir im Atelier für diverse Leuchtschalen oder auch für Lampenschirme. Das Porzellan ergibt eine wunderschöne, warme Leuchte, besonders geeignet auch für eine festliche Athmosphäre.

Unterglasurfarben konnten nach dem ersten Brennen aufgetragen werden. Vor dem Jahre 1800 waren Blau (aus Kobalt) und Purpur (aus Mangan) die einzigen Farben, die bei den hohen Temperaturen des Garbrandes beständig waren.

Aufglasurfarben (Dekoration mit Emailfarben) werden durch anschließendes Glattbrennen bei etwa 830°C fixiert. Weichporzellan wird normalerweise mit Bleiglasuren glasiert, was einen zweiten Brenngang erfordert. Aufglasierte Emailpigmente benötigten sogar einen dritten Brenngang, was die Herstellungskosten beträchtlich erhöht.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden neue Porzellansorten wie z. B. Parian- und Belleek-Porzellan entwickelt. Auch fand man zu innovativen Dekorationsverfahren wie dem pâte sur pâte - einer Methode, Porzellan reliefartig zu verzieren - und den so genannten Lithophanien, als Relief eingepressten Porzellanbildern.


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