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Retuschieren

Atelier > Keramik

Retuschieren / Vollendungsarbeiten

Bei der Formgebung treten an bestimmten Stellen der Formlinge technologisch bedingte Unebenheiten auf. Auch erhalten die Artikel dabei nicht immer ihre endgültige Form und ihr Aussehen. Die Arbeiten, bei denen die Formlinge nachbearbeitet oder vervollständigt werden, nennt man Vollendungsarbeiten. Dazu gehören u. a. das Beschneiden der Schnaupen und des Falzes bei Kannen, das Garnieren, Putzen und Schwämmen, wie das Kordeln, Rändeln oder Riffeln in der technischen Keramik.

An sanitär- und zierkeramischen Erzeugnissen sind oft umfangreiche Vollendungsarbeiten auszuführen, bevor der Formling weiterverarbeiltet werden kann.


Garnieren

Unter Garnieren versteht man das komplettieren durch Zusammensetzen oder Ansetzen von Einzelteilen an die Grundform der Artikel. Dazu gehören bei der Geschirrferitigung das Anbringen von Henkeln, Knöpfen oder auch Schnaupen, weiterhin das Anbringen von Stützfüßen (Konterfüße) unter den Boden großer Platten. In der Zierporzellanproduktion werden Figuren oder Figurengruppen aus vielen Einzelteilen gefertigt. In der Feinkeramik müssen hierbei manchmal bis zu hundert Teile zu einer Figur zusammengesetzt (garniert) werden. Bei uns im Atelierbereich werden bis zu 12 Einzelteile zusammengesetzt.

Für diese Arbeit wird auch der Ausdruck "Bossieren" angewandt, eine Tätigkeit, die viel handwerkliches Geschick und künsterisches Verständnis erfordert. Zum Garnieren verwendet man eine in ihrem Trocknungs- und Brennverhalten dem Betriebsversatz angepasste Garniermasse (Schlicker). Weiterhin muss die Garniermasse der zu erwartenden Beanspruchung der Garnierteile beim Gebrauch entsprechen.

Im einfachsten Falle wird die Garniermasse durch Auflösen und Anpasten elektrolytfreie Trockenmasse unter Zugabe von Zellleim hergestellt. Der richtige Sitz und damit die Festigkeit der garnierten Teile hängt wesentllich vom passenden Anschnitt ab. Je formengerechter dieser ist, dsto besser sitzt und hält die Garnierung. Das Anschneiden der Garnierteile erfolgt bei un im Atelier manuell.

Das Ansetzen und Andrücken der Garnierteile muss vorsichtig geschehen, um Deformationen des Gefäßes zu vermeiden. Das Porzellan im Rohzustand hat ein sogenanntes "Formengedächtnis", darunter verstehen wir folgendes: Jede Delle oder jeder Riss, auch wenn er von Hand ausgebessert würde, wird nach dem Glattbrand/Schrühbrand wieder sichtbar sein.


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