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Vorbrennen

Atelier > Keramik

Der Brennprozess

Der Brennprozess ist einer der wichtigsten Produktionsabschnitte bei der Fertigung keramischer Erzeugnisse. Er beeinflusst das Betriebsergebnis in entscheidendem Maße. Bei Brennausschuss wird der gesamte durch die vorausgegangenen Fertigungsstufen geschaffene Wert vernichtet. Die Brenntechnologie ist kompliziert, sie erfordert eine genaue Einhaltung der Temperatur und der Ofenatmosphäre. Hinzu kommt, dass der Brennvorgang ausreichenden und direkten Beobachtungen und Messungen nicht zugänglich ist.

Deshalb kann das Brennergebnis erst vollständig eingeschätzt werden, wenn der Brand abgeschlossen ist. Eine Vorausoptimierung, d. h., einen Fehler währed des Brandes sicher zu erkennen und die Brandführung so zu beeinflussen, dass Brennausschuss vermieden wird, ist selbst an modernen Öfen sehr schwierig und verlangt eine große Erfahrung des Bedienenden.

Für uns als kreative Yeshua-Nachfolger ist der Prozess bis zum Vorbrennen zugleich auch ein prophetisches Bild. Auch wir sind Gefäße, die dazu bestimmt sind, zu ehrenhaftem Gebrauch verwendet zu werden. Wir haben uns freiwillig dem Läuterungsprozess in der Liebe unseres himmlischen Vaters hingegeben. Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer (Hebräer 12,12-29).


Der Verbrennungsvorgang

Zu erfolgreichen Führung bzw. Kontrolle des keramischen Brennprozesses ist die Kenntnis der Verbrennungslehre erforderlich. Unter Verbrennung versteht man das chemische Verbinden von Brennstoff und Sauerstoff unter Wärmeentwicklung. Dabei ist eine bestimmte Zündtemperatur erforderlich, um die Verbrennung einzuleiten. Der zur Verbrennung benötigte Sauerstoff wird in den keramischen Brennaggregaten ausschließlich der Luft entzogen.

Zur Erhöhung der Flammentemperatur bzw. zur Einsparung von Brennstoffen wird die Verbrennungsluft meist vorgewärmt, wobei die Kühlwärme des Brenngutes ausgenutzt wird. Wir benutzen bei uns im Atelier einen Elektrokammerofen, bei dem lediglich sauerstoffreduzierend mit Rauchentwicklung von brennbaren Zusätzen wie etwa Knochenasche oder Rebenholz u. a. m. gearbeitet werden könnte (reduzierende Verbrennung).


Der Glühbrand / Vorbrand

Die Aufgabe des Glühbrandes ist zunächst die Verfestigung der Rohware. Die relativ dünnen Scherben der rohen Gefäße würden während des Glasierens erweichen und wären der mechanischen Beanspruchung beim Glasiervorgang nicht gewachsen. Der Glühbrand hat noch andere Aufgaben. Im Scherben soll eine gewisse Reinigung das Ausbrennen organischer Verunreinigungen sowie die Dissoziation gasabgebender Substanzen erfolgen. Das kann auch noch in der Vorwärmperiode des Glattbrandes erreicht werden.

Beim Glühbrand treten in der Masse folgende Vorgänge auf:

1. Das beim Trocknungsprozess verbliebene Restanmachwasser bzw. die hydroskopische Feuchte,
   ca. 1-8%, wird verdampft.
2. Im Temperaturbereich von 500 bis 600°C wird das Kristallwasser des Kaolinits ausgetrieben. Die
   Masse wird dabei gleichsam totgebrannt. Sie ist danach nicht mehr durch Wasser zu plastifizieren.
3. Bei höheren Temperaturen wird die Synterung (Verglasung) eingeleitet, wodurch der Glühscherben
   seine Festigkeit erlangt.
4. Im letzten Abschnitt des Glühbrandes, also bei Temperaturen um 900 bis 1.000°C, erfolgt eine
   Abspaltung eingelagerter gasförmiger Bestandteile (N2, CO2).

Voraussetzung für einen raschen Glühbrand ist immer eine gute Trocknung der Einsetzware. Besondere Beachtung kommt dem Kühlvorgang zu, da die meisten Glührisse in dieser Phase entstehen. Der Quarzumwandlungspunkt bei 575°C, der mit einer sprunghaften Volumenvergrößerung verbunden ist, muss langsam durchfahren werden. Der Glühbrand hat hauptsächlich die Aufgabe, den rohen Scherben für den Glasierprozess zu verfestigen.

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